Präsentieren in den USA: Come Prepared.

Klardeutsch, weil wir hier unter uns sind: Der untenstehende Tweet der Stanford Graduate School of Business – und vor allem die Tipps hinter dem Link zum Präsentieren in den USA – sollten Pflichtlektüre sein für deutsche Unternehmen, die in die USA entsandte Führungskräfte und Mitarbeiter öffentlich auftreten oder “beim Kunden” präsentieren lassen.

Das jedenfalls ist meine bescheidene Meinung, geprägt von langjähriger Erfahrung (unten mehr dazu), zuerst gewonnen auf Geschäftsreisen von Deutschland aus, seit 1996/1997 dann als selbständiger Unternehmer und Buchautor in den USA.


Unglücklicherweise, so scheint mir, hat es sich in Deutschland noch nicht überall herumgesprochen, dass der/die deutsche Coach/Trainerin aus Wanne-Eickel oftmals auch nur weiß, wie eine erfolgreiche Präsention vor einem deutschen Publikum (aus Wanne-Eickel) aussehen sollte.

Beim Training eingestreute Anglizismen sollten, so meine Erfahrung, nicht zum Anlass für gesteigerte Hoffnung genommen werden. Sie bedeuten in aller Regel nicht viel mehr, als dass der/die Dozent/in sich USA-Wissen aus zweiter Hand – in der Regel aus schlecht ins Deutsche übersetzten Management-Handbüchern – angeeignet hat.

Seltene Ausnahmen bestätigen die Regel.

Erfolgreich auftreten – ohne Fußnägel hoch zu rollen

Mein Tipp: Solche Schulungen am Stammort können entsprechendes Training “vor Ort” in den USA, mit lokalem Coach und gelegentlich auch lokalem Trainingspublikum) in den seltensten Fällen ersetzen. Falls sich das betreffende Unternehmen bereits für einen Standort in den USA entschieden hat, sollte nach meiner Erfahrung der/die betreffende Trainer/in auch danach ausgesucht werden, ob er oder sie mit den Eigenheiten / Empfindlichkeiten der betreffenden Region vertraut ist.

Ich erwähne das in diesem Zusammenhang nur, weil ich vor nicht allzu langer Zeit unglücklicherweise (unnötigerweise!) Zeuge werden musste, wie ein hochmögender Investitions-Einwerber aus Deutschland im Silicon Valley vor einflussreichen US-Investoren und Multiplikatoren eine PowerPoint-Präsentation hinlegte, dass sich dem US-Publikum die Fußnägel hochrollten.

Viel zu lang war’s, steif und, nach Silicon-Valley-Maßstäben, unangenehm wichtigtuerisch. ER kam mit Mausschieberin/”Mappenmäuschen” – nicht mein Begriff, sondern hier zu Illustrationszwecken verwendeter altdeutscher Ausdruck der dahinter steckenden Denkungsart.

Was die Fußnägel betrifft – zugegeben, ich habe nicht nachgeschaut. Aber die Körpersprache der US-Zuhörer sprach Bände. Und ihre “wohlwollenden” (beileibe nicht: “enthusiastischen”) Kommentare anschließend, und nur auf Nachfrage, auch.

Womit wir wieder bei dem oben stehenden Link wären.